Letzte Aktualisierung 17.September 2011


Aktuelles und Interessantes

Kreisverwaltung, Forst und Kommune unterstützen Vogelschützer ...

Nach einer gescheiterten Brut im letzten Frühjahr war es nach nun 10 Jahren erneut notwendig geworden, die Sichtschneise zum Falkenhorst am Rötzenfels, massiv freizuschneiden.

Also habe ich im Auftrag von Paul Wiedemann kurzerhand einen Ortstermin mit dem Ortsbürgermeister Dr. Conrad und dem zuständigen Förster Holger Spindler anberaumt (die Kreisverwaltung hatte bereits zugestimmt). Alle Beteiligten waren sich einig, daß etwas getan werden mußte, um die Falkenbewachung zu unterstützen.

Mit der Zustimmung aller beteiligten Institutionen und der aktiven Unterstützung von Förster Spindler begannen am 14.09.2011 die Arbeiten und bereits 2 Tage später war das Felsmassiv des Rötzenfels wieder in seiner ganzen Pracht und Größe zu bewundern. "Jetzt bin ich im Frühjahr wieder jeden Morgen um 6h bei den Falken", freute sich Paul Wiedemann und wir alle hatten das angenehme Gefühl, etwas Gutes und Richtiges getan zu haben.

Namens des Vogelschutz Gossersweiler e.V. danke ich Herrn Duemmler von der Kreisverwaltung Südliche Weinstrasse, Herrn Dr. Conrad - Ortsbürgermeister von Gossersweiler-Stein und Herrn Holger Spindler vom Forstamt Annweiler für die aktive Unterstützung und die unbürokratische Abwicklung.

Nun bleibt uns allen nur die Hoffnung, daß 2012 endlich wieder ein paar junge "Wanderfalken-Racker" ausfliegen und ihren Beitrag zur Stabilisierung der Wanderfalkenpopulation in unserer Region leisten werden. Sofern ich die Zeit dazu haben werde, gibt es dann auch ein paar Bilder der kleinen Racker :-)
(redsa - 17.09.2011)

Vom Rehbergturm ...

aus hat man eine faszinierende Rundumsicht. Aber auch auf dem Abstieg kann man ganz tolle Aussichtspunkte finden. Nachdem an einem Freitag Nachmittag unerwartet die Sonne heraus kam, nutze ich die Gelegenheit und holte noch eine Ladung Holz vom Rehberg.

Oben angekommen schien es zunächst, als wolle es regnen. Doch das schlechte Wetter zog am Berg vorbei. Genüßlich konnte ich zusehen, wie es in den Tälern regnete und machte mich an die Arbeit.

Auf dem Rückweg kam ich an einer Stelle vorbei, die eigentlich eine wundervolle Aussicht bot. "Eigentlich" deshalb, weil ettliche Bäume die Aussicht behinderten. Leider muß ich sagen, denn von dort aus hätte man wirklich eine tolle Panoramaaussicht über die Pfäzer Berge. Leider war es schon recht spät - etwas früher und die Sonne hätte noch die Wolken ins rote Abendlicht getaucht.

Und so wurde mir wieder einmal bewußt, wie herrlich die kleine Ecke im Pfälzer Wald sein kann.
(redsa - 29.07.2011)

Was man im Wald so alles findet ...

junger Hasenbovist

Vogel-Paul war mal wieder im Wald unterwegs, als es plötzlich raschelte und sich die Blätter im Unterholz bewegten. Neugierig wie er ist, schaute er natürlich sofort nach und fand ... ein "Riesenteil" von Pilz.

Stolz zeigte er mir seinen Fund und meinte, "Das ist ein junger Riesenbovist und solange er noch jung ist, kann man ihn sogar essen".

Eine spätere Recherche ergab, daß es sich um einen jungen "Hasenbovist" handelt - der Riesenbovist besitzt eine glatte Außenhaut. Bis zu 40 cm können diese Pilze groß werden, also wirkliche Riesenpilze.

Bei der unglaublichen Vielfalt der existierenden Pilze ist es für mich immer wieder faszinierend, wie sich manche Menschen in dieser unglaublichen Vielfalt zurecht finden. An der Vogelschutzhütte gibt es viele Leute, die regelmäßig Pilze sammeln und zubereiten. Ich selbst würde mich bei einem solchen Versuch vermutlich recht schnell ins Jenseits befördern :-)
(redsa - 29.06.2011)

An der Hauswand ...

Schlupfwespe

saß ein recht merkwürdiges Kerlchen - kein Käfer aber auch nicht wirklich eine Fliege oder gar eine Biene.

Gar zutraulich war das Wesen, blieb treu und brav sitzen und ließ sich fotografieren. Eine Artenbestimmung war mir persönlich nicht möglich aber gut, ich bin ja bei Insekten auch nicht sehr bewandert.

Also war Hilfe vonnöten - gesagt, getan. Ein Bild angepasst und schnell in einer entsprechenden Community nachgefragt. Kurze Zeit danach war klar: es handelt sich um eine sogenannte "Schlupfwespe".

Gehört hatte ich den Namen bereits sehr wohl aber ich konnte kein Bild damit verbinden. Nützlich sind sie, die kleinen Schlupfwespen. Sie spüren unter der Rinde lebende Holzschädlinge auf, bohren ein Loch in die Rinde und legen ein Ei direkt in den Schädling. Darin reift dann eine neue junge Schlupfwespe heran und frißt dabei den Schädling langsam auf.

Sie sind also auch eine Art Naturschützer und das machte sie mir gleich irgendwie sympathisch. Unsere Natur hat nunmal für viele Probleme eine ganz eigene Lösung parat :-)
(redsa - 15.06.2011)

Der König und sein treuer Freund ...

Störfaktor am Falkenhorst

Sie sind schon fast wie ein altes Ehepaar, der König und sein treuer Freund Vogel-Paul. Nahezu täglich sehen sie sich an der Hütte und Paul ist stets um das Wohlergehen seines kleinen Freundes besorgt.

Zaunkönige bauen viele Nester, bis die Brutsaison vorbei, manchmal deutlich mehr als 10 und gelegentlich habe ich den Eindruck, der König würde morgens warten, um dann richtig auffällig vor seinem neuen Nest herumzuhüpfen, bis Paul aufmerksam geworden ist. Manchmal bleibt er sogar in unmittelbarer Nähe sitzen und schaut zu, wie Paul sein neues Werk begutachtet - fast so, als wolle er sagen, "kuck, das habe ich gerade gemacht".

Paul ist auch stets bereit, seinem Freund neue architektonische Möglichkeiten zu schaffen. So "opferte" er letztes Jahr seinen Mantel (siehe "Der Mantel des Königs"). Auch in diesem Jahr baute der König ein Nest in seine kuschelige Mantelhöhle und dieses Mal befanden sich sogar Eier darin, die tapfer bebrütet wurden.

Doch die Natur schlug unerbittlich zu und das Nest wurde geräubert. Niemand von uns weiß zu sagen, ob das Eichhörnchen oder ein Marder der Übeltäter war aber wie auch immer, die Brut war verloren.

Paul trauerte mit seinem Freund und überlegte, wie er ihm eine Freude machen könne. Der Mantel hat es nicht sollen sein und so kam nun eine neue architektonische Idee zum Einsatz. Eine Konstruktion aus natürlichen Baustoffen und einer atmungsaktiven Außenwand. Der Innenraum wird durch eine großmaschige Tragwerkskonstruktion stabilisiert.

Die Fertigstellung des neuen Wohnbereiches erfolgte an einem Nachmittag im Juni und schon am nächsten Tag befand sich ein fertiges Nest darin. Dem König schien sie zu gefallen, seine neue Höhle in der roten Pudelmütze.

Und auch hier fliegt der König nicht einfach davon, wenn er seine Höhle verläßt - nein, er fliegt herab auf den Boden und "schreitet" zu Fuß bis zum Ende der Hütte. Dann dreht er sich noch einmal um, schaut in aller Ruhe seinen Freund Paul an und fliegt davon.

Sie verstehen sich halt ohne Worte, der König und sein Freund ... wie ein altes Ehepaar.
(redsa - 15.07.2011)

Kreisverwaltung und Forstamt stellen sich auf die Seite der Vogelschützer ...

Nach dem erfolglosen Brutversuch unseres Wanderfalkenpaares in 2011 wird im Herbst der Sichtbereich vom Beobachtungsposten zum Falkenhorst massiv freigeschnitten. Kreisverwaltung, der zuständige Förster und der Ortsbürgermeister haben sich ebenfalls besorgt über den negativen Brutverlauf geäußert und waren sofort mit dieser Maßnahme einverstanden. Die Kreisverwaltung hat angekündigt, diese Maßnahme auf unseren Antrag hin sogar zu subventionieren.

Bereits vor 15 Jahren erfolgte ein Freischnitt in dieser Dimension, doch nach dieser langen Zeit ist der Sichtbereich bereits wieder zugewuchert.
(redsa - 25.06.2011)

Schlechter Jahrgang für Jungvögel ...

Ratlosigkeit und Frust herrschen derzeit im Vogelschutz Gossersweiler e.V. vor. Erneut ist ein schlechter Geburtenjahrgang für Jungvögel im Raum Gossersweiler-Stein zu verzeichnen.

Nachdem in diesem Jahr die Wanderfalkenbrut scheiterte, wurden während der Nistkastenzählung nur 360 Jungvögel gezählt. Nach 2009 ist es erneut ein schlechtes Brutergebnis und das Zweitschlechteste seit 14 Jahren. 2009 konnte ein Marder als Übeltäter entlarvt werden. Die angebrachten Mardersicherungen zeigten zwar Wirkung und trotzdem haben wir dieses Jahr schon wieder so ein schlechtes Ergebnis.

Paul Wiedemann ist ratlos. "Uns bleibt nur die Hoffnung, daß es sich um ganz natürliche Schwankungen handelt, denn sollte der Mensch dafür verantwortlich sein. sehe ich schwarz."
(redsa - 23.06.2011)

Eine Besonderheit auf der Vogelschutzwiese ...

Gartenrotschwanz

Nach mehreren Jahren hat sich zu unser aller Freude wieder einmal ein Gartenrotschwanz auf "unserer Wiese" niedergelassen und sogar heimisch eingerichtet.

Paul Wiedemann, der ihn als Erster entdeckte (wer auch sonst), fuhr sofort nach Hause, baute noch 2 weitere "Rotschwanzkästen" und hängte diese sofort auf. Das ließ sich unser Besucher nicht zwei mal sagen und "zog prompt ein".

Für mich persönlich gab es natürlich ein paar herrliche Fotomotive (auch, wenn ich zeitlich etwas eingeschränkt war) und zum krönenden Abschluß flog mir sogar eines der Jungtiere direkt auf die Nase :-)

Kein Witz - ich wußte, daß sie bald ausfliegen würden, also legte ich mich auf die Lauer. Die Mutter verschimpfte mich erwartungsgemäß ziemlich heftig. Dabei fiel mir auf, daß sie, im Gegensatz zu sonst, nicht das Nest anflog, sondern sehr deutlich versuchte, mich abzulenken und vom Nest wegzulocken.

Da war mir klar, daß heute etwas anders ist. Komischerweise rührte sich am Nest überhaupt nichts - nicht einmal eine Schnabelspitze lugte heraus. Durch die Stille irritiert ging ich irgendwann zum Nistkasten und wollte durch das Loch hineinsehen und da passierte es: ein Junges kam heraus, setzte sich auf den Stock vor dem Ausgang und kuckte mich - mehr erstaunt als ängstlich - an.

Da war mir schon klar, daß es mit den Fotos vom Ausfliegen nichts werden würde. Vier Stück kamen heraus, "begrüßten" mich und flogen davon. Fünf Eier hatten wir gezählt, also fehlte noch einer. Kaum näherte ich mich dem Einflugloch, da schoß er schon heraus und rammte mich direkt auf der Nase :-))
(redsa - 28.05.2011)

Brutversuch am Rötzenfels gescheitert ...

Störfaktor am Falkenhorst

Seit über 30 Jahren beobachten "Vogel-Paul" Wiedemann und seine Frau die Wanderfalken am Rötzenfels. Sie kennen jede Marotte und jede Eigenschaft dieser Tiere.

So fiel es den im Jahr 2011 frühzeitig auf, daß sich ein neues Paar am Felsen niedergelassen hat. Das Weibchen scheint das Gleiche zu sein aber das Terzel ist ein neues Tier - noch recht jung und unerfahren.

Es war zwar das Paarungsgebaren zu beobachten, jedoch fand kein Brutwechsel statt. Stattdessen saßen die Tiere abwechselnd auf dem Gipfelkreuz. Ein erfolgreicher Brutversuch war somit doch sehr unwahrscheinlich.

Seit Februar war ein auffälliger Gegenstand in der Nähe der Bruthöhle beobachtet worden. Es wurde lebhaft diskutiert, ob es sich um eine Rolle Toilettenpapier oder ein Stück Plastikfolie handelt. Aber egal, um was es sich handelte, es war offensichtlich mit Absicht dort angebracht worden.

Vogelschützer und Kletterer arbeiten in unserer Region seit vielen Jahren erfolgreich zusammen und in all den Jahren haben sich die Kletter immer als vernünftige Menschen erwiesen, die die Sperren und die Tiere auch respektieren. Es ist schade, daß durch das Verhalten eines Einzelnen vielleicht einmal eine ganze Gruppe die Konsequenzen tragen muß.

Insofern war es auch für uns Vogelschützer klar, daß eine Felssperrung nicht länger als notwendig aufrecht erhalten werden sollte. Also haben wir bei der zuständigen Naturschutzbehörde eine Sondergenemigung beantragt, damit ein Kletterer unter unserer Aufsicht in die Bruthöhle einsteigen durfte. An dieser Stelle sei auch dem Leiter dieser Behörde bei der Kreisverwaltung Südliche Weinstrasse, Herrn Schickel, ein herzliches Dankeschön für seine Kooperation sowie die schnelle Entscheidung ausgesprochen.

Gesagt, getan - am 21.04.2011 wurde festgestellt, daß in der Höhle keine Eier lagen, auch keine Reste. Damit wurde die Hoffnung auf junge Wanderfalken am Rötzenfels für dieses Jahr endgültig ad acta gelegt.

Bestätigt wurde hingegen, daß irgendein Spinner tatsächlich links der Höhle eine Toilettenpapierrolle angebracht hatte. Offen bleibt die Frage, ob jemand absichtlich einen Störfaktor angebracht hat, in der Hoffnung, daß der Felsen dann vorzeitig wieder freigegeben wird und dann eben 3 Monate länger zum Klettern zur Verfügung steht. Zumindest ist nicht anzunehmen, daß die Toilettenpapierrolle selbst ihren eigenen Haken am Felsen eingeschlagen hat.

Nun ... es bleibt zu vermuten, daß selbst die Toilettenpapierrolle wesentlich mehr Hirn hat, als dieser Volltrottel.
(redsa - 29.04.2011)

Jetzt kommt wieder die Zeit ...

Buchfink im Schnee

in der es überall singt und piept. Früh morgens zum Sonnenaufgang beginnt das Konzert der ersten Rückkehrer aus dem Süden und der Beharrlichen, die dem Winter trotzten.

Vor Wochen zogen bereits die Kraniche wieder gen Norden, Erlenzeisige und Bergfinken brechen in den nächsten Tagen auf und dann treffen die Flüchtlinge aus dem Süden ein - der Frühling ist zwar noch nicht da aber er kommt.

Damit bricht auch wieder die Zeit der Naturfotografen an, die unermüdlich durch Feld und Flur ziehen, um in ihren Bildern die Faszination des Lebens für uns Menschen einzufangen.

So sind es nicht etwa die Wissenschaftler, sondern seriöse(!) Journalisten und begeisterte Fotografen, die ihren Mitmenschen die Natur hautnah vor Augen führen.

Oftmals sind sie es, die die Aufmerksamkeit auf Missstände lenken, Besonderheiten der Evolution entdecken und dabei selbst am allermeisten lernen - man muß also keineswegs ein bekannter Mensch oder berühmter Wisssenschaftler sein, um der Welt und seinen Mitmenschen etwas Gutes zu tun.
(redsa - 19.03.2011)

Gegen Dummheit gibt es wohl kein Mittel ...

unsere Wanderfalken brüten seit Jahrzehnten am Rötzenfelsen und es hat des ebenso langen unermüdlichen Einsatzes von vieler freiwilliger Helfer bedurft, um sie hier wieder heimisch werden zu lassen.

Vor kurzem stand der diesjährige Brutbeginn auf des Messers Schneide: hatten doch ein paar Spinner ein Stück Folie unmittelbar an den Eingang der Bruthöhle gehängt. Das konnten auch keine einfachen Passanten gewesen sein, denn um dorthin zu kommen, muß man in den Felsen einsteigen, also Kletterer sein.

Seit vielen Jahren arbeiten die Vogelschützer der Pfalz sehr erfolgreich mit den hiesigen Kletterern zusammen. Man darf also keinesfalls wegen eines oder weniger die ganze Gemeinschaft verurteilen aber es gibt wohl immer wieder einzelne Spinner, die meinen, sich auf Kosten anderer Lebewesen in Szene setzen müssen.

Um so erfreulicher ist es, daß unsere Wanderfalken sich sogar mit einer Plastikfolie anfreunden können - vor wenigen Tagen haben sie sich entschlossen, diese dumme Folie gnadenlos zu ignorieren und damit ihre Bruthöhle endgültig zurück erobert - die Chancen, daß auch dieses Jahr wieder quietschlebendige junge Wanderfalken ausfliegen, stehen also ganz gut.

Tja ... manche Tiere haben eben doch wesentlich mehr Hirn, als manch ein Mensch :-)
(redsa - 14.03.2011)

Wenn draußen alles erfriert ...

beiben einem Fotografen oftmals nur die Bilder aus schöneren Zeiten. Da ich keine Lust habe, mir bei dem Russenwetter die Knochen zu verfrieren, präsentiere ich hier einmal jemanden, der es versteht, so richtig anzugeben - ein Fasan im Prachtkleid.

Fasan im Prachtkleid

Aufgenommen wurde diese herrliche Pose von Daniel Montanus, einem mittlerweile gut bekannten Kollegen. Im Gegensatz zu mir ist Daniel allerdings ein Profi, was man schon alleine an dieser wundervollen Aufnahme erkennen kann. Ein weitaus imposanteren Eindruck erhält man beim Studium seiner Bilder in der Galerie.
(redsa - 03.01.2011)

Jetzt fängt das wieder an ...

Buchfink im Schnee

Genau das schien dieser kleine Buchfink wohl sagen zu wollen. Jetzt kommt sie wieder, die Zeit, in der jedes Lebewesen wohl am Liebsten in seiner kuschligen Höhle bleiben würde.

Jetzt ist aber auch wieder die Zeit, in der wir Menschen unseren kleinen, gefiederten Freunden helfen können und auch sollen - Zeit für Futterhäuser, Fettfutterkästen, Erdnußfuttercreme und allem, was es sonst noch so gibt.

Nicht zu vergessen auch die Besucher aus dem Norden, die in den nächsten Wochen noch bei uns eintreffen werden. Bergfinken und Erlenzeisige, um nur zwei Arten zu nennen, sind dann von der weiten Reise erschöpft und brauchen dringend Nahrung, um wieder Kräfte sammeln zu können, um nicht in der Kälte zu erfrieren.

Richtet man seine Futterstelle aber mit etwas Sachverstand und Geschick ein, dann bekommt man auch eine richtig tolle Belohnung. Es spricht sich nämlich unter den Vögeln regelrecht herum, wo es etwas zu Fressen gibt und so kommen bei richtig frostigen Zeiten auch Besucher, die man sonst nicht so ohne weiteres in Menschennähe sieht - Kernbeißer, Mittelspechte, Kreuzschnäbel, Tannenhäher und viele andere seltene Arten kann man dann mit etwas Glück beobachten - eine richtige Lehrstunde für jung und alt.

Anregungen hierzu gibt es auf der Futterseite und kann mich auch gerne fragen. Insbesondere meine jüngste Creation Erdnußcreme mit allerlei Nüssen und etwas Griebenschmalz erfreut sich momentan allergrößter Beliebtheit. Manchmal prügeln sie sich regelrecht um die besten Plätze :-)
(redsa - 02.12.2010)

Beobachtungen ...

Rauch über Wernersberg

Es ist die Zeit, in der wieder Laub verbrannt werden darf. Daß aber auch dazu etwas Rücksicht gehört, hat sich vielleicht noch nicht überall herumgesprochen.

Als ich am Sportplatz in Wernersberg vorbei fuhr, wurde in dem deutlich tiefer gelegenen Gelände gerade "gezündelt" und schon im Rückspiegel konnte ich erkennen, daß der Vorgang nicht ganz so verlief, wie das wohl geplant war.

Es war herrliches Spätsommerwetter, klar und angenehm und kurze Zeit später konnte ich dann von stark erhöhter Position sehen, daß der Kollege zwischenzeitlich das gesamte Tal und den gesamten Ortsbereich von Wernersberg unter Rauch gesetzt hatte.

Nach ca einer Stunde hatte sich der Rauch wie ein dichter Teppich über den Ort gelegt und stand dort noch stundenlang. Da kann man wirklich die Menschen verstehen, die über eine solche Luftbelästigung nicht erfreut sind.

Ich denke da auch an die vielen älteren Menschen, die nicht mehr gut Luft bekommen oder Asthmatiker - was ist daran so schwierig, zuerst eine richtige Glutschicht zu erzeugen und dann erst das Laub darauf zu verbrennen. In kleineren Portionen aufgelegt, verbrennt es schnell und fast ohne Rauch.
(redsa - 22.09.2010)

Grenzenlos ...

Kletter-Eidechse

... ist der Kletterdrang mancher Tiere. Es ist Spätsommer und an einem Sonntag genoßen wir das schöne Wetter.

So lag irgendwann auch der Drachenfels am Wegesrand und natürlich mußte eine Pause auf dem Gipfel sein. Schließlich hat man von dort eine herrliche Rundumsicht und ich war ja auch eine ganze Weile nicht mehr hier.

Auf den letzten paar Metern des Aufstieges kuckte mich dann diese kleine Eidechse an, als wolle sie sagen: "na Kumpel, willst Du auch noch die letzten Sonnenstrahlen genießen" :-)

Zwar durfte ich ihr nicht gerade die Hand geben aber ängstlich war sie auch nicht und so genossen wir die Sonne zusammen.

Die Aussicht war herrlich - in der Ferne konnte man noch die Madenburg erkennen und der Blick reichte bis ins Elsaß hinein - eine Sicht "von Pol zu Pol", wie es unter Piloten heißt.

Auch die Burg Altdahn stand auf dem Programm und damit eine Tour durch das Dahner Felsenland. Zum Abschluß führte der Weg noch zum "Bärenbrunner Hof". Hier wird Landwirtschaft auf natürliche Art betrieben und Tiere noch mit Respekt behandelt.

Glückliches Schwein

Pferde und Schweine haben jede Menge Auslauf und leben in sauberen Gehegen. Man sieht diesem Schwein seine Zufriedenheit ja schon richtig an. Es stank nicht, die Tiere konnten sich bewegen, wann und wie sie wollten und fressen , wann und wie sie wollten.

Gänse und Hühner laufen frei auf einer eigenen Wiese, die von Zeit zu Zeit neu abgesteckt wird und haben somit auch immer Abwechslung - kein Wunder, daß sie kein Interesse hatten, einfach davonzufliegen.

In den hofeigenen Läden kann man Produkte aus wirklich natürlichem Anbau kaufen. Ein Gasthaus mit angegliederter Unterkunft rundet das Spektrum ab.

Vor einigen Jahren war dieses Gut leider etwas heruntergewirtschaftet aber zwischenzeitlich hat sich da wirklich viel getan und der "Bärenbrunner Hof" ist allemal wieder einen Besuch wert.

Die Aussichten im Dahner Felsenland sind weithin bekannt und machen das Gebiet zu einem überaus beliebten Reiseziel für Menschen, die Erholung suchen und die Natur lieben. Herrliche Landschaftspanoramen gibt es viele und ich möchte drei davon zeigen.

Einmal eine Aussicht von der Burg Altdahn. Nicht weit davon entfernt (ca 4 km) liegt die Burg Neudahn, ebenfalls einen Besuch wert.

Ausblick von der Burg Altdahn - Foto: © 2011 Stefan Albat

Der Drachenfelsen ist zwar nicht der Bekannteste aus der Region - das bleibt zweifellos dem Teufelstisch vorbehalten - aber dafür ist er einer mit den schönsten Aussichten.

Ausblick vom Drachenfels - Foto: © 2011 Stefan Albat

Ausblick vom Drachenfels - Foto: © 2011 Stefan Albat

Vom Dahner Felsenland aus beginnen herrliche Wanderwege mit traumhaften Aussichten. Für Radfahrer existiert existiert mittlerweile ein ganzes Netz hervorragend ausgebauter Radwege und in dieser gastlichen Region findet man auch "alle paar Meter" Unterkunft - kurzum: hier läßt sich leben :-)
(redsa - 19.09.2010)

Direkt neben einem Supermarkt ...

Teichhuhn

richtete sich dieses Teichhuhn ein und baute noch im Juli ein frisches Nest. Von dem unmittelbar benachbarten Supermarkt ließ es sich in keinster Weise irritieren und schon gar nicht abhalten.

Eine kleine Fußgängerbrücke führte über die Queich und so hatte das kleine Teichhuhn regelmäßig seine Fangemeinde. Manchmal genoß es regelrecht das Interesse der Menschen und warf sich für die fotografischen Jäger regelrecht in Pose.

Auf der anderen Seite der Queich gab es eine etwas größere Pfütze - ca 6x15m. Normalerweise würde man eine solche Stelle nicht weiter beachten. Dort allerdings tummelten sich ettliche junge Bachstelzen und andere Jungvögel sowie verschiedene Insektenarten, unter anderem zahlreiche Libellen.

Das ist eines der Beispiele, daß sich manche Tiere recht schnell in die Infrastruktur der Menschen integrieren und versuchen, darin ihren ganz persönlichen Nutzen zu suchen.

Besonders erfreulich war mit anzusehen, daß die Besucher - oder sollte ich sagen "Bewunderer" - sich durchweg vernünftig verhielten und dem Nest nicht zu nahe auf die Pelle rückten. Zwar wurde das gegenüberliegend Ufer immer wieder von Fotografen genutzt aber immer aus gebührender Entfernung und wenn das Teichhuhn unruhig wurde, zogen sich die Leute auch immer sofort zurück - die Aufklärungsarbeit scheint also doch langsam Früchte zu tragen.
(redsa - 17.08.2010)

aktive Quellen

Die Quellen der Götter ...

In den Gemarkungen Wollborn und Stockwiesen befindet sich das Kerngebiet der Wasserversorgung für die Verbandsgemeinde Annweiler. Alleine aus dem Gebiet Stockwiesen kamen früher 7 Quellbäche herab, die zusammen mit der Hoffmannsquelle, dem „Runden Brunnen“ und der Herrenquelle allesamt den Klingbach speisen.

Das Wasser, kristallklar und inmitten einer traumhaften Natur - im antiken Griechenland wären dies zweifellos "die Quellen der Götter" gewesen. Nicht zuletzt trägt eine den Namen "Herrenquelle", weil die früheren Herren der Burg Lindelbrunn vorzugsweise nach dem Wasser dieser Quelle verlangten.

Auch hier, in einem der letzten Refugien für unser Grundwasser, ist der Vogelschutz Gossersweiler e.V. aktiv. Er pflegt seit Jahren eine Bachpatenschaft für den Wasserlauf links des Weges vom Friedhof Gossersweiler durch die Gebiete Wollborn und Heiligenborn. Dieser Wasserlauf nimmt zuerst ... »»» weiterlesen - vollständiger Artikel
(redsa - 15.08.2010)

Die Zeit der blühenden Wiesen ...

Wiesenleben

Nichts ist unendlich, auch nicht innerhalb eines Jahreszyklusses. Zur Fütterungszeit findet man im Tierreich die schönsten Motive aber nach ein paar Wochen ist diese Zeit zu Ende - die Jungtiere sind flügge und die Motive weg.

Vorbei die schöne Zeit, zu der die Tiere mit beeindruckender Regelmäßkeit vor die Linse fliegen. Und was macht man dann, wenn man keine Lust hat, sich in irgendwelche Tarnzelte zu setzen - man wendet sich anderen Motiven zu.

Jetzt ist die Zeit der Wiesen und Insekten - jener farbenprächtigen Flächen, auf denen sich Millionen von Insekten tummeln. Die meisten davon im Verborgenen und viele davon winzig klein, bevölkern sie den abwechslungsreichen Lebensraum Wiese und nutzen jede noch so erdenklich kleine Nische.

So manches kleine Gespenst oder Monster lebt in diesem blühenden Grasland und mehr als 90% davon tun dies für uns Menschen unsichtbar. Man muß sich schon sehr bemühen und wissen, wonach man sucht. Ich brauche nur daran zu denken, als ich in Waghäusel einen Makrofotografen traf und wir ein Stück ... »»» weiterlesen - vollständiger Artikel
(redsa - 29.07.2010)

Die Tragödie des Königs ...

Anfang Juli war unser König mißlaunig und schaute Paul nur noch von der Seite an. Paul wußte sofort, daß irgend etwas nicht stimmte und als er an den "königlichen Mantel" kam, erkannte auch sofort warum.

Das Nest war geräubert worden und die Eierschalen lagen am Boden. Ob es ein Eichhörnchen oder ein Marder war, wissen wir nicht aber eine ganz besondere Generation der königlichen Dynastie wird es in diesem Jahr nicht geben - nun, es wird ja noch ein paar hundert Milionen Jahre dauern, bevor unsere Sonne die Atmosphäre überhitzt und Leben unmöglich werden wird, das läßt also noch Raum für Hoffnung.
(redsa - 15.07.2010)

Geologie für Interessierte ...

Klaerteich

Lebende Motive tun nicht immer das, was man von Ihnen erhofft und so hat man manchmal die Möglichkeit Dinge zu erkennen, die einem sonst verwehrt bleiben und zwar immer dann, wenn man seinen Blick ausnahmsweise einmal nach unten richtet - eine Blickrichtung, die für jemanden mit vorzugsweise fliegenden Motiven eher selten ist.

Ein gutes Stück vor mir befand sich ein Ausflußrohr, über das die nährstoff- und sedimenthaltigen Abwässer aus der Zuckerproduktion in einen Klärteich, auch Sedimentationsteich genannt, gepumpt wurden - lange vorher hörte ich schon das Rauschen und Plätschern.

Diese Abwässer enthalten einen hohen Anteil an Schwebstoffen und Sedimenten, die sich nach und nach ablagern und damit den Fließ- und Uferbereich des Wassers beeinflussen und formen.

Beim Näherkommen konnte ich bald erkennen, daß das Wasser keineswegs auf direktem Wege zum Teich floß - vielmehr hatte es sich durch die Kräfte, die das Wasser ... »»» weiterlesen - vollständiger Artikel
(redsa - 25.06.2010)

Eine königliche Dynastie

Zaunkönig

Die Kleinsten sind manchmal wirklich die Größten - so auch der Begründer einer neuen königlichen Dynastie. Er ist ungefähr 10 cm lang, bringt ca 6-9 Gramm auf die Waage und hat eine Flügelspannweite von 14-15 cm.

Nach der Familie der Goldhähnchen ist er der zweitkleinste geflügelte Waldbewohner des Pfälzer Waldes und auch einer der Fleißigsten. Gleich 6-8 Nester baut das kleine Kerlchen bis zur Brut, durch die dann ca 5-8 junge Könige das Licht der Welt erblicken. Die nicht benutzten Nester werden nun von den Jungtieren als Schlafplätze genutzt.

Auch die Stimme ist eine der Mächtigsten, die in unseren Wäldern zu hören ist. Mit bis zu 90 Dezibel schmettert er sein Lied, das mit Trillern und Rollern durchsetzt nach 5-7 Sekunden abrupt endet.

Ein Schalldruck von ca 40-50dB entspricht ungefährer Zimmerlautstärke und 90dB ist etwa die Lautstärke, wenn ein LKW an einem vorbeifährt. Es ist also schon eine gewaltige Leistung, was dieses kleine Kerlchen an Stimmgewalt aufbieten kann. Wer schon einmal die Ruhe des Waldes genießen wollte ... »»» weiterlesen - vollständiger Artikel
(redsa - 13.06.2010)

Was es nicht alles gibt

Spring- oder Hüpfspinne

Manchmal muß man gar nicht weit gehen, um auf lustige und interessante Tiere zu stoßen. Wie ich so auf der Terrasse stehe und auf die Seite schauen, fällt mir ein kleiner Punkt auf, der sich offenkundig ruckartig bewegte.

Als ich mir diesen "Punkt" genauer betrachtete, erkannte ich ein "kleines Monster", ca 10-12mm groß. Das Monster reckte den Hinterleib empor, wie man es von Skorpionen kennt. Es drohte mir mit erhobenem Oberkörper und wenn das auch nicht half, sprang es auch die Kamera an - übrigens mit einer beeindruckenden Geschwindigkeit - eine Abwehr für uns Menschen dürfte schwierig sein aber glücklicherweise sind sie für Menschen völlig harmlos.

Wie ich mir sagen ließ, gehörte das Monster zu den Spring- und Hüpfspinnen. Die Beweglichkeit des kleinen Kerlchens machte das Fotografieren nicht gerade leicht. So wie sie ein Ziel völlig überraschend anspringen kann, so kann sie sich auch mit schnellen Sätzen fortbewegen, die mit einem Foto nicht mehr wirklich zu verfolgen sind. Und so mußte ich wieder einmal erkennen, daß nicht nur der Blick nach oben lohnt, sondern ein manches Mal auch am Boden viele kleine und interessante Motive ihrer Entdeckung entgegensehen :-)
(redsa - 04.06.2010)

Gestatten: Fips vom Vogelschutz

Fips, das Vogelschutzeichhörnchen

Seit Jahren lebt Fips in der Umgebung der Vogelschutzhütte. Längst hat er sich an Paul und die anderen Leute gewöhnt, was nicht zuletzt auch daran liegt, daß er regelmäßig ein paar Nüsse vorfindet.

Nach und nach lagen die Nüsse immer näher an der Hütte und so wurde Fips ein festes Mitglied des inneren Kerns der Vogelschützer. Und wenn wir einmal seine Nuß vergessen hatten, rannte er erst ganz verzweifelt hin und her, suchte alle Ecken aus und achtete dabei, daß wir das auch ja alle mitbekamen.

Dann setzte er sich demonstrativ gut sichtbar vor uns hin und schaute mit dermaßen traurigen Augen, daß es auch der Hartgesottenste unter uns höchtens ein bis zwei Minuten aushielt. Innerlich ist Fips vermutlich regelmäßig vor lachen fast geplatzt, denn sein Trick funktionierte jedesmal tadellos.

Heute ist Fips so zutraulich, wie es sich die meisten Menschen gar nicht vorstellen können - er kommt in die Hütte rein, sucht unter den Tischen nach "seiner" Nuß ... »»» weiterlesen - vollständiger Artikel
(redsa - 04.06.2010)

2010 - ein geburtenstarker Jahrgang

Meisennest

Trotz - oder vielleicht auch gerade wegen - des langen und kalten Winters wurden im Raum Gossersweiler bei der Nistkastenkontrolle so viele Jungvögel gezählt wie selten zuvor. 680 junge Piepmätze erblickten das Licht der Welt, zusätzlich wurden 40 tote Jungvögel gefunden.

Damit ist 2010 das Jahr mit der zweitstärksten Geburtenrate seit Beginn der Aufzeichnung im Jahre 1995. Die meisten Jungvögel wurden 2004 gezählt und zwar insgesamt 725 Tiere. Diese Zahlen basieren zwar nur auf den ca 220 Nistkästen, die heute noch bei den Zählungen berücksichtigt werden aber sie vermitteln dennoch einen guten Eindruck über die langfristige Entwicklung der Jungvogelpopulation. Die genauen Zahlen können in der Statistik nachgelesen werden

Man darf auch den Aufwand für solche Aktionen keinesfalls unterschätzen. Mehrere Einsätze sind über das Jahr verteilt notwendig. Zunächst einmal müssen Nistkästen vorhanden sein, die kosten ja schließlich Geld - sie müssen kontrolliert und gereinigt werden. Ggfs. müssen zerstörte Kästen ersetzt werden (was im Laufe der Jahre leider immer wieder notwendig war).

Meisennest

Und nicht zuletzt ist auch das Zählen an sich ein immer wieder unterschätzter Aufwand. Hingehen, Deckel aufmachen und die Eier zählen ist nunmal nicht ausreichend. Entweder das Gelege kann eindeutig identifiziert werden oder der Kontrolleur muß geduldig warten und sehen, welcher Vogel in den Kasten hinein fliegt, um die Art zu bestimmen. Anschließend muß dann aber nochmals kontrolliert werden, sonst kann man ja nicht feststellen, wie viele Tiere überlebt haben bzw. gestorben sind. Abschließend erfolgt dann im Herbst die Reinigung und das alles summiert sich doch zu einem sehr beachtlichen Aufwand, der von ehrenamtlichen Helfern getragen wird.

Sehr viele Menschen machten sich Sorgen, weil die letzten beiden Jahre zu den Geburtenschwachen gehörten. 2008 hat ein Marder mit seinen Raubzügen auf der Strecke von der Vogelschutzhütte bis an den Falkenbewachungswagen nahezu die gesamten Nistkästen ausgeräubert und damit über 100 Jungvögel das Leben gekostet. Als Folge aus der Erkenntnis dieser Sachlage hat der Vogelschutz damals alle Nistkästen dieses Bezirkes mit mardersicheren Deckeln ausgerüstet - eine Aktion von über 500 €, ohne die notwendigen Arbeitseinsätze aber es hat sich gelohnt.

Und 2010 ... ein langer und kalter Winter und die Geburtenrate steigt an - damit bestätigt sich die alte Weisheit, daß die Natur viele Dinge von ganz alleine regelt und das sehr viel besser und effektiver als wir Menschen. Eine von vielen Erkenntnissen, die wir jenen Menschen verdanken, die sich in ihrer Freizeit engagieren und den Vogelschutz aktiv betreiben.
(redsa - 02.06.2010)

Ein Mantel erlangt Berühmtheit

Rheinpfalzbericht

Auch die Tageszeitung Rheinpfalz berichtete über die königliche Wahl eines kleinen geflügelten Monarchen und seines neuen Mantels.

Ich konnte es mir nicht verkneifen, diese kleine Geschichte einem Redakteur der Rheinpfalz zu erzählen und ihm das Bild zu zeigen. Amüsiert und sehr gerne griff er meine Anregung auf und schon wenige Tage danach berichtete "Nils Nager" in der Ausgabe vom 26.Mai 2010 von den königlichen Begebenheiten in den geheimnisvollen Tiefen des Pfälzer Waldes.

Und so geschah es, daß für eine kurze Zeit die Legende des kleinen Königs von Gossersweiler die Berühmtheit der großen Legende des Vogelschutzes, Paul Wiedemann, übertraf.

Herr Jooß, ich danke Ihnen - dieser Bericht war mehr als nur eine gute Tat. Eine ganze Region hat sich königlich amüsiert.

Es ist übrigens mittlerweile durchaus nicht mehr ausgeschlossen, daß es zu einer königlichen Dynastie der ganz besonderen Art kommen könnte. Inzwischen füttert einer der beiden Könige an der einen Seite der Hütte die Jungen und der andere baut fleißig an der königlichen Höhle in einem ebenso königlichen Gewand.
(redsa - 01.06.2010)


Gute Nachrichten vom Rötzenfels

Wie Paul Wiedemann vom Vogelschutz Gossersweiler e.V. berichtet, sind aus dem Horst zwei junge und gesunde Wanderfalken ausgeflogen. Die beiden Racker erkunden mit großem Interesse die neue Welt und gehen dabei ihren Eltern mit der Bettelei um Futter gewaltig auf die Nerven.

Jetzt ist auch die Zeit, wo man den Falken zusehen kann, wenn sie ihrem Nachwuchs die Flugmanöver zum Greifen der Beute beibringen. Mit die schönsten Momente sind jene, wenn die Mutter die Beute fallen läßt und die Jungtiere diese verpassen.

Das Elterntier legt dann sofort die Flügel an, geht in einen falkentypischen Sturzflug über, stürzt Richtung Boden und greift die Beute, bevor sie den Boden erreicht.
(redsa - 25.05.2010)

Eine gedeckte Tafel ...

Blaumeise

Einge gedeckte Tafel fand eine Gruppe von Schwarzmilanen vor, als ein Bauer das Stroh noch ein letztes Mal wendete, bevor er es einbrachte.

Schon aus der Ferne fiel mir der Schwarm von Greifvögeln auf und als ich die Staubwolken sah, wußte ich natürlich sofort, was dort gerade passierte. Immer wieder stieß ein einzelner Vogel pfeilschnell vom Himmel.

Gelegentlich gab es auch Streit, wenn sie sich zu nahe kamen und dann konnte man diese eleganten Tiere bei ihren schnellen und extrem wendigen Manövern bewundern und ein manches Mal mußte ich dabei an die Wanderfalken denken, wenn ein Milan seine Flügel anlegte und wie ein Geschoß vom Himmel fiel oder mitten im Flug "anhielt", um dann in einer anderen Richtung weiterzufliegen. Wie elegant und wundervoll müssen da erst die Balzflüge anzusehen sein.

Schwarzmilane können eine Masse von fast 1kg erreichen und eine Flügelspannweite von beachtlichen 1,55m. Auch die Rufe unterscheiden sich sehr deutlich von Bussarden oder Falken - ein wohlklingender, langgezogener und weicher Trillerton, in Länge und Intensität veriierend.

Wirklich beeindruckend, wenn ein solches Tier im Tiefflug über einen hinweggleitet. Ganz besonders gut kann man bei diesen Vögeln beobachten, wie sie mit den Schwanzfedern steuern. Diese Eigenschaft ist bei Schwarzmilanen besonders ausgeprägt - übertroffen werden sie in dieser Hinsicht nur von einem Rotmilan.
(redsa - 29.05.2010)

Ja was sah ich denn da am Wegesrand ...

Blaumeise

Mitte Mai, das Wetter immer noch saukalt, öde und regnerisch - als ich auf dem Heimweg langsam über den Altenberg fuhr, sah ich aus dem Augenwinkel in einem alten Baum eine Bewegung.

Also anhalten und beobachten - tatsächlich flog dort regelmäßig ein Vogel hinein. Schnell das Auto auf die Seite stellen und vorsichtig anschleichen - tatsächlich fand ich dort das Nest einer Blaumeise. sie hatte sich ein altes Baumloch ausgesucht, wo einige Zeit zuvor ein alter Ast abgesägt worden war und sich heuer eine kuschlige Höhle befand.

Anfänglich schaute sie mich böse an aber ich mußte ohnehin warten, bis eine große Wolke abzog und die Sonne wieder heraus kam - bis dahin hatte sie sich schon an mich gewöhnt und so konnte ich ganz gemütlich darunter stehen.

Zwar sind ich bei dieser Begegnung noch keine Flugaufnahmen gelungen aber das nächste Mal nehme ich ein Stativ mit - mal sehen, was dabei herauskommt (falls in diesem Jahr überhaupt noch einmal die Sonner herauskommen sollte und dieses elende Russenwetter tatsächlich noch einmal aufhören sollte).
(redsa - 18.05.2010)

Die Zeit der Sänger

Es ist die melodischste Zeit des Jahres - das Frühjahr, wenn die Vögel mit ihrem Gesang das Revier abstecken und um eine Partnerin werben - es ist die Zeit der Vogelstimmenwanderungen.

Gar viele begnadete Sänger sind unter ihnen und auch so mancher Künstler. Wer hat nicht schon einmal den Gesang einer Amsel oder Drossel vernommen und wurde bei der Suche völlig überrascht, als er dann statt dessen einen Star vorfand. Der australische Leierschwanz ist z.B. innerhalb weniger Minuten in der Lage, auch Geräte wie Autos oder Motorsägen zu immitieren.

Eine nicht zu überhöhrende Gesangseinlage ist derzeit an allen Ecken von der Mönchsgrasmücke zu vernehmen - ein kurzer, wohlklingender Gesang mit zum Ende hin abfallendem Ton.

Der ethymologische Werdegang des Namens beginnt im Mittelhochdeutschen und leitet sich von zwei Wortstämmen ab: dem altdeutschen 'gra', was grau bedeutet und dem Wort 'smiege', was in etwa 'schmiegen' oder 'einfügen' bedeutet - also ein grauer Vogel, der sich in seine Umgebung 'einschmiegt' (im Sinne von tarnen).

Die heutige Grasmücke hieß in der etymologischen Urform also 'gra-smiege' und wurde erst durch eine sprachliche Verballhornung zur heutigen Grasmücke.
(redsa - 15.05.2010)

Wirrungen der Evolution

Teilalbino-Amsel

Die Evolution als Triebfeder der Entwicklung ist seit über 200 Jahren bekannt und heute unbestritten. Dabei war Charles Darwin nicht der erste, wohl aber der bekannteste Forscher, der 1859 sein Buch "On the Origin of Species" (Über die Entstehung der Arten) veröffentlichte. Zuvor stellte bereits 1809 der Naturforscher und Philosoph Jean Baptiste de Lamarck die erste "Evolu-tionstheorie" auf.

Die derzeitige Vorstellung von der Funktionsweise der Evolution kann mit der Mutation und der Vererbung der Veränderungen sowie der Selektion erklärt werden. Im Rahmen der Selektion kommt es auch immer wieder zu Mutationen, die von der Norm abweichen - Albinos sind eine solche Form von abweichenden Färbungen. Für die Fotografie heißt dies, daß mit etwas Glück immer wieder neue und interessante Farbgebungen bei Tieren zu beobachten sind.

Teilalbino-Amsel

Albinismus leitet sich von dem lateinischen Wort albus (weiß) ab und ist eine Sammelbezeichnung für angeborene Störungen in der Biosynthese der Melanine (Pigmente oder Farbstoffe) und der daraus resultierenden helleren Haut-, Haar- und Augenfarbe. Betroffene Tiere nennt man Albinos.

Man unterscheidet zwischen teil- und vollalbinotischen Veränderungen. Echte Albinos sind eher selten. Bei teilalbinotischen Vögeln handelt es sich oft um Männchen und die abweichende Gefiederfärbung beschränkt sich gewöhnlich auf wenige Schwanz- oder Flügelfedern.

Rein zufällig stieß ich auf diese Fotos von albinotischen Amseln hier und fragte die Fotografen, ob ich sie hier zeigen darf - an dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank.

1982 hatte Paul Wiedemann schon eine Albino-Schwalbe fotografiert - damals ein wahre Sensation. Aus allen Regionen trafen damals die Anfragen von Forschern und interessierten Vogelkundlern ein.
(redsa - 09.05.2010)

Frohe Kunde vom Rötzenfels

Es ist auch dieses Jahr vollbracht: 2 junge Wanderfalken haben im Horst am Rötzenfels das Licht der Welt erblickt. In Kooperation mit dem Vogelschutz Gossersweiler e.V. haben die Kletterer im März bereits den Horst gesichtet und und Robert Breitsch bestätigte, es sind zwei Eier im Horst.

Die Bewacher haben vor kurzem bereits beim Füttern die Flügelbewegungen der beiden Kleinen sehen können und einmal standen die beiden Racker wohl auch vorne am Horstrand und haben sich die Welt betrachtet, die da auf sie wartet.
(redsa - 05.05.2010)

Erna, die Rally-Ente

Heute Nachmittag hatte ich bis zum nächsten Termin noch etwas Zeit und wartete an einer kleinen Brücke unter der ein kleiner Bachlauf entlang floß. Der Wasserverlauf war allerdings nicht gerade, vielmehr schlängelte sich der Bachlauf so durch das Tal.

Nach einiger Zeit kam eine Ente im Tiefflug angerauscht. Sie bretterte 2 m über meinem Kopf regelrecht über mich hinweg und folgte in etwa dem Bachlauf - das war schon recht lustig. Es sah aus, als würde sie eine Rally fliegen und so habe ich sie "Erna, die Rally-Ente" getauft.

Nur wenige Minuten später kam Erna stromabwärts den Bachlauf entlang geschwommen und legte sich dabei mit einer Hingabe in jede Kurve, daß ich aus dem Staunen nicht mehr heraus kam. Als sie dann noch bei den kleinen Stromschnellen fast auf den Schnabel purzelte, bin ich vor Lachen fast von der Brücke gefallen.

Aber - das Schauspiel war noch nicht vorbei, denn ca 5 Minuten später kam Erna wieder im Tiefflug angerauscht und bretterte stromaufwärts über mich hinweg. Es ist wohl nicht schwer zu erraten, daß sie wenige Minuten später wieder in Rallyhaltung durch die Kurven fetzte und an den Stromschnellen fast .... *grööööööhhhl*

Dieses Schauspiel hat sich noch 3x wiederholt, bevor ich mich schweren Herzens als Zuschauer verabschieden mußte (womit man nun in ungefähr die Größenordnung abschätzen kann, wie lange ich Zeit hatte). Jetzt können mir alle Wissenschaftler dieser Welt erzählen was sie wollen, aber diese Ente namens Erna hatte eine tierische Freude daran, immer wieder den kleinen "Fluß" mit den Stromschnellen entlangzuschwimmen - das war LEBENSFREUDE PUR für Erna und Genuß pur für mich als Zuschauer!!!
(redsa - 30.04.2010)

Der Mantel des Königs

Storchennest bei Offenbach

Es war einmal ein kleiner König, der residierte an Paul's Vogelhütte. Sie waren wohl vertraut miteinander, der kleine König und der Vogel-Paul. Der König mochte keine Kälte und so flog er jeden Herbst die weite Strecke in den sonnigen Süden und dachte dabei an seinen Freund Paul. Zum Frühling kam er stets wieder zurück zu seiner Hütte im Pfälzer Wald, wo Paul meist schon aufmerksam auf ihn wartete.

Dieses Jahr fand der König eine ganz besondere Überraschung vor - eine kleine kuschlige "Höhle", wie geschaffen für ein Nest. Sogar mit Stoff war seine neue Höhle schon ausgekleidet - der König staunte nicht schlecht.

Und so kam es, daß unser kleiner Zaunkönig als erster und einziger im Lande den Ärmel eines Wintermantels zu seinem Nest erkor und Paul für eine Weile auf seinen Mantel verzichten mußte. Doch Paul verzichtete sehr gerne, schließlich wurde sein Mantel durch die Herberge eines Königs geadelt!
(redsa - 28.04.2010)

Zugvögel wieder unterwegs

Ende Februar und sie fliegen wieder - wer im Herbst vor der herannahenden Kälte in den warmen Süden geflohen ist, muß sich jetzt bald auf die Heimreise begeben, um seinen Jungen das Leben zu schenken und sie auf dem ersten Stück ihres Lebensweges zu begleiten.

Erstaunlicherweise habe ich bereits im März in Waghäusel die ersten Schwalben gesehen und schon am 8. April konnte ich das erste Mal die Rufe des Kuckuck vernehmen. Angesichts des kalten Winters erstaunlich, zumal im letzten Jahr der Kuckuck erst am 1. Mai zu hören war.
(redsa - 27.02.2010)

Wie kommt denn nur der Igel in den Dachkandel?

Junger Uhu

Es war im August 2009 - ein Einwohner aus Gossersweiler berichtete, daß er beim Reinigen seines Dachkandels die Reste eines toten Igels (Haut mit Stacheln) im Kandel gefunden hatte. Er wunderte sich, daß Igel so gut klettern können, daß sie senkrecht eine Hauswand hinauf kommen, denn dies war so bislang noch nicht bekannt und auch sonst noch nicht publik geworden.

Wenige Tage danach klingelte abends bei Paul Wiedemann das Telefon - eine aufgeregte Dame aus dem Ort war dran und meldete, daß vor ihrem Haus eine verletzte Eule auf dem Boden sitzen und "so komische Bewegungen" machen würde. Beim Näherkommen stellte Paul fest, daß es ein junger Uhu war, der - auf Grund seiner Jugend noch ganz unbedarft - auf dem Boden saß und seine Beute verspeiste.

Als der Uhu später abgeflogen war, ergab die Untersuchung, daß es sich bei der Beute um einen Igel handelte - nicht weiter verwunderlich, sind Igel doch eine Leibspeise von Uhus.

Damit war auch das Geheimnis, wie ein Igel in den Dachkandel kommt, gelöst - es handelte sich wohl um die Reste einer Uhu-Mahlzeit.

Am darauffolgenden Samstag klingelte morgens das Telefon - "Komm mal schnell rüber und bring Deinen Foto mit!", erschall Paul's Stimme aus dem Hörer. Also: nicht dumm fragen, Foto geschnappt und los geht's.

Und dann saß er in voller Lebensgröße vor mir - unser junger Uhu mit seinen Federohren. Er schlief auf einem Garagendach, was Uhus normalerweise nicht machen - üblicherweise schlafen sie in Waldzonen oder zumindest in Bäumen. Der Hausbesitzer hatte freundlicherweise Paul Wiedemann informiert und so konnte ich mich vorsichtig nach und nach immer näher heranschleichen und ein paar ganz brauchbare Aufnahmen machen (wann bekommt ein normalsterblicher Fotograf schon mal einen solchen Uhu-Mops vor die Linse).

Als ich ihn so betrachtete war ich doch ziemlich erstaunt, denn das war ja wirklich ein ziemlicher Brocken - so groß hatte ich mir einen Uhu bisher nicht vorgestellt aber bisher hatte ich ja auch noch keinen aus der Nähe gesehen.

Ok, also nachlesen: Uhus werden in unseren Breitengraden ca 60cm groß, wiegen zwischen 2 kg (Männchen) und 2,5 kg (Weibchen) und haben eine Flügelspannweite von bis zu 1,70 m und die Reviergröße beträgt ca 40 Quadratkilometer - das ist schon recht beachtlich, vor allen Dingen, wenn man ihm dann einmal so nahe kommen kann. An den gelben Augen kann man übrigens erkennen, daß es sich hier um einen jungen Uhu handelt - bei den Altvögeln sind die Augen rot.

Irgendwann bemerkte er mich natürlich doch und erwachte. Nach einigen mißmutigen Blicken erhob er sich dann - verfolgt von einer großen Schar von Raben - in die Luft und flog in Richtung eines kleinen Wäldchens. Raben dulden keine Uhus in ihrer Nähe und haben ihn in großer Zahl regelrecht vertrieben.

Nach einigen weiteren Tagen war er leider verschwunden. Vermutlich ist er auf der Suche nach einem Revier weitergezogen und wir hoffen alle, daß er eine Partnerin finden und vielen jungen Uhu's das Leben schenken wird.
(redsa - 16.08.2009)

Eine fast unglaubliche Geschichte

Auf der Suche nach neuen Bildern für die Galerie war ich unterwegs und genoß das Wetter - es war ja einer der bislang wenigen Tage im Juli 2008, die schon in Richtung Sommer gehen und nicht mehr ganz so bitter kalt waren.

Mehr oder minder zufällig führte mich mein Weg in die Nähe der Storchenwiesen bei Offenbach. Schon von der Straße aus war eine größere Anzahl Störche zu erkennen. Also nichts wie runter von der Straße und ab in Richtung Wiese.

Und wie ich da so an meinem Auto lehne und die Gruppe betrachte ...... passiert ......

..... nichts .....

.......... und zwar absolut rein gar nichts ..........

Storchenwiese bei Offenbach

Sie suchten sich in aller Gemütsruhe ihr Futter und interessierten sich nicht im mindesten für mich. Vor allen Dingen dachten sie nicht im Traum daran, für mich eine Runde zu fliegen. Aufscheuchen wollte ich sie auch nicht, denn das tue ich grundsätzlich nicht.

Nach einiger Zeit, so langsam hatte ich mit etwas Frust zu kämpfen, murmelte ich, ohne bewußt darüber nachzudenken: "Also wißt ihr Leute, da mähen wir für Euch die Wiesen und fluten sie regelmäßig, nur damit ihr was zu futtern habt - da könntet Ihr wenigsten eine Runde fliegen gehen, wenn ich schon mal da bin!"

Wenige Momente danach richtete sich einer der Störche auf und blickte mich unverhohlen an, fast möchte ich sagen, er blickt mir direkt in die Augen. Kurz danach starte er und die gesamte Gruppe folgte ihm und erfüllte mir meinen Wunsch.

In der kreisenden Gruppe gab es genau einen Storch, der regelmäßig und auffällig zu mir herunter blickte und zwar genau zu mir. Das war auch dejenige, der die "tiefen" Runden über meiner Position drehte und mir ein paar tolle Aufnahmen ermöglichte. All die Zeit ließ er mich nicht aus den Augen.

Da soll mir nochmal einer sagen, daß sich Menschen und Tiere nicht verstehen würden.

Wissenschaftlich gesehen, muß ich das als reine Statistik einordnen aber es bleibt ein faszinierenes Gefühl im Bauch, etwas Wundervolles und ganz Besonderes erlebt zu haben!
(redsa - 05.07.2008)

Flugbetrieb aufgenommen


Auf der Vogelschutzwiese ist die Hölle los!
Es geht zu wie auf einem Flugplatz. Wie jedes Jahr haben diverse ornithologische Cargo-Airlines ihren Linien-Flugbetrieb aufgenommen - Meise-Airline, Meisi Blue-Wings, Air-Kleibi, um nur drei zu nennen.

Kamikaze-Ede


Schnappi, der Sänger

Die Jungpiloten von Air-Kleibi haben sich heute ihre fliegerische Freiheit erkämpft ...

Direkt vor meiner Nase sind heute 5 quietsch-fidele und gesunde Jungkleibis aus dem Nistkasten gekrabbelt. Sie sehen bereits aus wie die Elterntiere und sind sofort voll flugtauglich - bei den Meisen sieht das ein wenig anders aus, die gehören am Anfang ja eher noch zu den Fußgängern ...

Dabei hat einer der Jungvögel gleich einen Reiter gerammt (aber volle Kanne) und damit hatte er auch sofort seinen Namen weg - ich habe ihn Kamikaze-Ede getauft :-)

Kamikaze-Ede legte wenige Meter hinter dem Pferd (vielmehr hinter dem Kopf des Reiters, denn genau den hatte er getroffen) erst einmal eine klassische Bruchlandung hin. Der Reiter indes saß total verduzt auf seinem Pferd - klar, wer erwartet auch mitten im Wald von einem Kamikaze-Kleiber angegriffen zu werden.

Schade, daß ich Kamikaze-Ede nicht mehr fotografieren konnte, denn er sah selbst aus der Ferne schon etwas zersaust aus.

Und um es noch einmal ganz klar zu sagen:
NEIN, das ist keine erfundene Geschichte, sondern genau so passiert!!!
(redsa - Sommer 2006)

Schnappi


Schnappi, der Sänger

einst hört ich einen Sänger
doch sehen konnt' ich ihn nicht

und hörte ich auch länger
das Blattwerk war zu dicht

drum legte ich mich auf die Lauer
zu finden meinen Freund

und es war gar nicht von langer Dauer
gefunden habe ich ihn heut'


Seit einiger Zeit hörte ich bei der Vogelsuche immer wieder einen begnadeten Sänger - seine Melodien klangen richtig wunderbar - vielfältig, abwechslungsreich und melodisch. Manchmal konnte ich zwischen den Zweigen einen Blick erhaschen aber zum Identifizieren reichte es nie.

So folgte ich ihm immer wieder in der Hoffnung, irgendwann ein Foto machen zu können. Er schien es regelrecht zu genießen, ließ mich gerade so weit herankommen, daß ich mit meinem Objektiv noch kein vernünftiges Bild erzielen konnte und flugs flog er zwei Bäume weiter - wäre er dazu in der Lage gewesen, hätte er sich vermutlich vor Lachen den Bauch gehalten.

Als er sich dann für einen Nistplatz entschieden hatte, stellte ich erstaunt fest, daß es sich um einen Trauerschnäpper handelt - bislang war mir nicht bewußt, daß diese einen so herrlichen Gesang zu bieten haben. Da mir Trauerschnäpper zu lang und zu förmlich war und wir uns ja nun öfter sehen, habe ich ihn Schnappi getauft :-)

Schnappi und ich sind inzwischen Freunde geworden - heute inspizierte er in aller Ruhe seinen Nistkasten, obwohl ich nur zwei Meter daneben stand. Zwar darf ich mich dann nicht bewegen, sonst ist er weg aber es ist ja schon mal ein Anfang, daß er sich herantraut, sobald er meine Stimme erkennt.

Jetzt fehlt ihm nur noch eine Partnerin aber vielleicht klappt es ja bald.
(redsa - Sommer 2006)

Webmaster   •   Kontakt  •   Impressum