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Aktuelles und Interessantes
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Geologie für Interessierte ...
Lebende Motive tun nicht immer das, was man von Ihnen erhofft und so hat man manchmal die Möglichkeit Dinge zu erkennen, die einem sonst verwehrt bleiben und zwar immer dann, wenn man seinen Blick ausnahmsweise einmal nach unten richtet - eine Blickrichtung, die für jemanden mit vorzugsweise fliegenden Motiven eher selten ist. Ein gutes Stück vor mir befand sich ein Ausflußrohr, über das die nährstoff- und sedimenthaltigen Abwässer aus der Zuckerproduktion in einen Klärteich, auch Sedimentationsteich genannt, gepumpt wurden - lange vorher hörte ich schon das Rauschen und Plätschern. Diese Abwässer enthalten einen hohen Anteil an Schwebstoffen und Sedimenten, die sich nach und nach ablagern und damit den Fließ- und Uferbereich des Wassers beeinflussen und formen.
Beim Näherkommen konnte ich bald erkennen, daß das Wasser keineswegs auf
direktem Wege zum Teich floß - vielmehr hatte es sich durch die Kräfte,
die das Wasser ...
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Eine königliche Dynastie
Die Kleinsten sind manchmal wirklich die Größten - so auch der Begründer einer neuen königlichen Dynastie. Er ist ungefähr 10 cm lang, bringt ca 6-9 Gramm auf die Waage und hat eine Flügelspannweite von 14-15 cm. Nach der Familie der Goldhähnchen ist er der zweitkleinste geflügelte Waldbewohner des Pfälzer Waldes und auch einer der Fleißigsten. Gleich 6-8 Nester baut das kleine Kerlchen bis zur Brut, durch die dann ca 5-8 junge Könige das Licht der Welt erblicken. Die nicht benutzten Nester werden nun von den Jungtieren als Schlafplätze genutzt. Auch die Stimme ist eine der Mächtigsten, die in unseren Wäldern zu hören ist. Mit bis zu 90 Dezibel schmettert er sein Lied, das mit Trillern und Rollern durchsetzt nach 5-7 Sekunden abrupt endet.
Ein Schalldruck von ca 40-50dB entspricht ungefährer Zimmerlautstärke und 90dB ist
etwa die Lautstärke, wenn ein LKW an einem vorbeifährt. Es ist also schon eine gewaltige
Leistung, was dieses kleine Kerlchen an Stimmgewalt aufbieten kann. Wer schon einmal die Ruhe des
Waldes genießen wollte ...
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Was es nicht alles gibt
Manchmal muß man gar nicht weit gehen, um auf lustige und interessante Tiere zu stoßen. Wie ich so auf der Terrasse stehe und auf die Seite schauen, fällt mir ein kleiner Punkt auf, der sich offenkundig ruckartig bewegte. Als ich mir diesen "Punkt" genauer betrachtete, erkannte ich ein "kleines Monster", ca 10-12mm groß. Das Monster reckte den Hinterleib empor, wie man es von Skorpionen kennt. Es drohte mir mit erhobenem Oberkörper und wenn das auch nicht half, sprang es auch die Kamera an - übrigens mit einer beeindruckenden Geschwindigkeit - eine Abwehr für uns Menschen dürfte schwierig sein aber glücklicherweise sind sie für Menschen völlig harmlos.
Wie ich mir sagen ließ, gehörte das Monster zu den Spring- und Hüpfspinnen.
Die Beweglichkeit des kleinen Kerlchens machte das Fotografieren nicht gerade leicht. So
wie sie ein Ziel völlig überraschend anspringen kann, so kann sie sich auch mit
schnellen Sätzen fortbewegen, die mit einem Foto nicht mehr wirklich zu verfolgen
sind. Und so mußte ich wieder einmal erkennen, daß nicht nur der Blick nach oben
lohnt, sondern ein manches Mal auch am Boden viele kleine und interessante Motive
ihrer Entdeckung entgegensehen :-)
Gestatten: Fips vom Vogelschutz
Seit Jahren lebt Fips in der Umgebung der Vogelschutzhütte. Längst hat er sich an Paul und die anderen Leute gewöhnt, was nicht zuletzt auch daran liegt, daß er regelmäßig ein paar Nüsse vorfindet. Nach und nach lagen die Nüsse immer näher an der Hütte und so wurde Fips ein festes Mitglied des inneren Kerns der Vogelschützer. Und wenn wir einmal seine Nuß vergessen hatten, rannte er erst ganz verzweifelt hin und her, suchte alle Ecken aus und achtete dabei, daß wir das auch ja alle mitbekamen. Dann setzte er sich demonstrativ gut sichtbar vor uns hin und schaute mit dermaßen traurigen Augen, daß es auch der Hartgesottenste unter uns höchtens ein bis zwei Minuten aushielt. Innerlich ist Fips vermutlich regelmäßig vor lachen fast geplatzt, denn sein Trick funktionierte jedesmal tadellos.
Heute ist Fips so zutraulich, wie es sich die meisten Menschen gar nicht vorstellen
können - er kommt in die Hütte rein, sucht unter den Tischen nach "seiner"
Nuß ...
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2010 - ein geburtenstarker Jahrgang
Trotz - oder vielleicht auch gerade wegen - des langen und kalten Winters wurden im Raum Gossersweiler bei der Nistkastenkontrolle so viele Jungvögel gezählt wie selten zuvor. 680 junge Piepmätze erblickten das Licht der Welt, zusätzlich wurden 40 tote Jungvögel gefunden. Damit ist 2010 das Jahr mit der zweitstärksten Geburtenrate seit Beginn der Aufzeichnung im Jahre 1995. Die meisten Jungvögel wurden 2004 gezählt und zwar insgesamt 725 Tiere. Diese Zahlen basieren zwar nur auf den ca 220 Nistkästen, die heute noch bei den Zählungen berücksichtigt werden aber sie vermitteln dennoch einen guten Eindruck über die langfristige Entwicklung der Jungvogelpopulation. Die genauen Zahlen können in der Statistik nachgelesen werden Man darf auch den Aufwand für solche Aktionen keinesfalls unterschätzen. Mehrere Einsätze sind über das Jahr verteilt notwendig. Zunächst einmal müssen Nistkästen vorhanden sein, die kosten ja schließlich Geld - sie müssen kontrolliert und gereinigt werden. Ggfs. müssen zerstörte Kästen ersetzt werden (was im Laufe der Jahre leider immer wieder notwendig war).
Und nicht zuletzt ist auch das Zählen an sich ein immer wieder unterschätzter Aufwand. Hingehen, Deckel aufmachen und die Eier zählen ist nunmal nicht ausreichend. Entweder das Gelege kann eindeutig identifiziert werden oder der Kontrolleur muß geduldig warten und sehen, welcher Vogel in den Kasten hinein fliegt, um die Art zu bestimmen. Anschließend muß dann aber nochmals kontrolliert werden, sonst kann man ja nicht feststellen, wie viele Tiere überlebt haben bzw. gestorben sind. Abschließend erfolgt dann im Herbst die Reinigung und das alles summiert sich doch zu einem sehr beachtlichen Aufwand, der von ehrenamtlichen Helfern getragen wird. Sehr viele Menschen machten sich Sorgen, weil die letzten beiden Jahre zu den Geburtenschwachen gehörten. 2008 hat ein Marder mit seinen Raubzügen auf der Strecke von der Vogelschutzhütte bis an den Falkenbewachungswagen nahezu die gesamten Nistkästen ausgeräubert und damit über 100 Jungvögel das Leben gekostet. Als Folge aus der Erkenntnis dieser Sachlage hat der Vogelschutz damals alle Nistkästen dieses Bezirkes mit mardersicheren Deckeln ausgerüstet - eine Aktion von über 500 €, ohne die notwendigen Arbeitseinsätze aber es hat sich gelohnt.
Und 2010 ... ein langer und kalter Winter und die Geburtenrate steigt an - damit bestätigt
sich die alte Weisheit, daß die Natur viele Dinge von ganz alleine regelt und das sehr viel
besser und effektiver als wir Menschen. Eine von vielen Erkenntnissen, die wir jenen Menschen
verdanken, die sich in ihrer Freizeit engagieren und den Vogelschutz aktiv betreiben.
Ein Mantel erlangt Berühmtheit
Auch die Tageszeitung Rheinpfalz berichtete über die königliche Wahl eines kleinen geflügelten Monarchen und seines neuen Mantels. Ich konnte es mir nicht verkneifen, diese kleine Geschichte einem Redakteur der Rheinpfalz zu erzählen und ihm das Bild zu zeigen. Amüsiert und sehr gerne griff er meine Anregung auf und schon wenige Tage danach berichtete "Nils Nager" in der Ausgabe vom 26.Mai 2010 von den königlichen Begebenheiten in den geheimnisvollen Tiefen des Pfälzer Waldes. Und so geschah es, daß für eine kurze Zeit die Legende des kleinen Königs von Gossersweiler die Berühmtheit der großen Legende des Vogelschutzes, Paul Wiedemann, übertraf. Herr Jooß, ich danke Ihnen - dieser Bericht war mehr als nur eine gute Tat. Eine ganze Region hat sich königlich amüsiert.
Es ist übrigens mittlerweile durchaus nicht mehr ausgeschlossen, daß es zu einer
königlichen Dynastie der ganz besonderen Art kommen könnte. Inzwischen füttert
einer der beiden Könige an der einen Seite der Hütte die Jungen und der
andere baut fleißig an der königlichen Höhle in einem ebenso
königlichen Gewand.
Gute Nachrichten vom Rötzenfels Wie Paul Wiedemann vom Vogelschutz Gossersweiler e.V. berichtet, sind aus dem Horst zwei junge und gesunde Wanderfalken ausgeflogen. Die beiden Racker erkunden mit großem Interesse die neue Welt und gehen dabei ihren Eltern mit der Bettelei um Futter gewaltig auf die Nerven. Jetzt ist auch die Zeit, wo man den Falken zusehen kann, wenn sie ihrem Nachwuchs die Flugmanöver zum Greifen der Beute beibringen. Mit die schönsten Momente sind jene, wenn die Mutter die Beute fallen läßt und die Jungtiere diese verpassen.
Das Elterntier legt dann sofort die Flügel an, geht in einen falkentypischen Sturzflug
über, stürzt Richtung Boden und greift die Beute, bevor sie den Boden erreicht.
Eine gedeckte Tafel ...
Einge gedeckte Tafel fand eine Gruppe von Schwarzmilanen vor, als ein Bauer das Stroh noch ein letztes Mal wendete, bevor er es einbrachte. Schon aus der Ferne fiel mir der Schwarm von Greifvögeln auf und als ich die Staubwolken sah, wußte ich natürlich sofort, was dort gerade passierte. Immer wieder stieß ein einzelner Vogel pfeilschnell vom Himmel. Gelegentlich gab es auch Streit, wenn sie sich zu nahe kamen und dann konnte man diese eleganten Tiere bei ihren schnellen und extrem wendigen Manövern bewundern und ein manches Mal mußte ich dabei an die Wanderfalken denken, wenn ein Milan seine Flügel anlegte und wie ein Geschoß vom Himmel fiel oder mitten im Flug "anhielt", um dann in einer anderen Richtung weiterzufliegen. Wie elegant und wundervoll müssen da erst die Balzflüge anzusehen sein. Schwarzmilane können eine Masse von fast 1kg erreichen und eine Flügelspannweite von beachtlichen 1,55m. Auch die Rufe unterscheiden sich sehr deutlich von Bussarden oder Falken - ein wohlklingender, langgezogener und weicher Trillerton, in Länge und Intensität veriierend.
Wirklich beeindruckend, wenn ein solches Tier im Tiefflug über einen hinweggleitet. Ganz besonders gut
kann man bei diesen Vögeln beobachten, wie sie mit den Schwanzfedern steuern. Diese Eigenschaft
ist bei Schwarzmilanen besonders ausgeprägt - übertroffen werden sie in dieser Hinsicht nur
von einem Rotmilan.
Ja was sah ich denn da am Wegesrand ...
Mitte Mai, das Wetter immer noch saukalt, öde und regnerisch - als ich auf dem Heimweg langsam über den Altenberg fuhr, sah ich aus dem Augenwinkel in einem alten Baum eine Bewegung. Also anhalten und beobachten - tatsächlich flog dort regelmäßig ein Vogel hinein. Schnell das Auto auf die Seite stellen und vorsichtig anschleichen - tatsächlich fand ich dort das Nest einer Blaumeise. sie hatte sich ein altes Baumloch ausgesucht, wo einige Zeit zuvor ein alter Ast abgesägt worden war und sich heuer eine kuschlige Höhle befand. Anfänglich schaute sie mich böse an aber ich mußte ohnehin warten, bis eine große Wolke abzog und die Sonne wieder heraus kam - bis dahin hatte sie sich schon an mich gewöhnt und so konnte ich ganz gemütlich darunter stehen.
Zwar sind ich bei dieser Begegnung noch keine Flugaufnahmen gelungen aber das nächste Mal
nehme ich ein Stativ mit - mal sehen, was dabei herauskommt (falls in diesem Jahr
überhaupt noch einmal die Sonner herauskommen sollte und dieses elende Russenwetter
tatsächlich noch einmal aufhören sollte).
Die Zeit der Sänger Es ist die melodischste Zeit des Jahres - das Frühjahr, wenn die Vögel mit ihrem Gesang das Revier abstecken und um eine Partnerin werben - es ist die Zeit der Vogelstimmenwanderungen. Gar viele begnadete Sänger sind unter ihnen und auch so mancher Künstler. Wer hat nicht schon einmal den Gesang einer Amsel oder Drossel vernommen und wurde bei der Suche völlig überrascht, als er dann statt dessen einen Star vorfand. Der australische Leierschwanz ist z.B. innerhalb weniger Minuten in der Lage, auch Geräte wie Autos oder Motorsägen zu immitieren. Eine nicht zu überhöhrende Gesangseinlage ist derzeit an allen Ecken von der Mönchsgrasmücke zu vernehmen - ein kurzer, wohlklingender Gesang mit zum Ende hin abfallendem Ton. Der ethymologische Werdegang des Namens beginnt im Mittelhochdeutschen und leitet sich von zwei Wortstämmen ab: dem altdeutschen 'gra', was grau bedeutet und dem Wort 'smiege', was in etwa 'schmiegen' oder 'einfügen' bedeutet - also ein grauer Vogel, der sich in seine Umgebung 'einschmiegt' (im Sinne von tarnen).
Die heutige Grasmücke hieß in der etymologischen Urform also 'gra-smiege' und wurde erst
durch eine sprachliche Verballhornung zur heutigen Grasmücke.
Wirrungen der Evolution
Die Evolution als Triebfeder der Entwicklung ist seit über 200 Jahren bekannt und heute unbestritten. Dabei war Charles Darwin nicht der erste, wohl aber der bekannteste Forscher, der 1859 sein Buch "On the Origin of Species" (Über die Entstehung der Arten) veröffentlichte. Zuvor stellte bereits 1809 der Naturforscher und Philosoph Jean Baptiste de Lamarck die erste "Evolu-tionstheorie" auf. Die derzeitige Vorstellung von der Funktionsweise der Evolution kann mit der Mutation und der Vererbung der Veränderungen sowie der Selektion erklärt werden. Im Rahmen der Selektion kommt es auch immer wieder zu Mutationen, die von der Norm abweichen - Albinos sind eine solche Form von abweichenden Färbungen. Für die Fotografie heißt dies, daß mit etwas Glück immer wieder neue und interessante Farbgebungen bei Tieren zu beobachten sind.
Albinismus leitet sich von dem lateinischen Wort albus (weiß) ab und ist eine Sammelbezeichnung für angeborene Störungen in der Biosynthese der Melanine (Pigmente oder Farbstoffe) und der daraus resultierenden helleren Haut-, Haar- und Augenfarbe. Betroffene Tiere nennt man Albinos. Man unterscheidet zwischen teil- und vollalbinotischen Veränderungen. Echte Albinos sind eher selten. Bei teilalbinotischen Vögeln handelt es sich oft um Männchen und die abweichende Gefiederfärbung beschränkt sich gewöhnlich auf wenige Schwanz- oder Flügelfedern. Rein zufällig stieß ich auf diese Fotos von albinotischen Amseln hier und fragte die Fotografen, ob ich sie hier zeigen darf - an dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank.
1982 hatte Paul Wiedemann schon eine Albino-Schwalbe fotografiert - damals ein wahre Sensation. Aus
allen Regionen trafen damals die Anfragen von Forschern und interessierten Vogelkundlern ein.
Frohe Kunde vom Rötzenfels Es ist auch dieses Jahr vollbracht: 2 junge Wanderfalken haben im Horst am Rötzenfels das Licht der Welt erblickt. In Kooperation mit dem Vogelschutz Gossersweiler e.V. haben die Kletterer im März bereits den Horst gesichtet und und Robert Breitsch bestätigte, es sind zwei Eier im Horst.
Die Bewacher haben vor kurzem bereits beim Füttern die Flügelbewegungen der beiden Kleinen
sehen können und einmal standen die beiden Racker wohl auch vorne am Horstrand und haben
sich die Welt betrachtet, die da auf sie wartet.
Erna, die Rally-Ente Heute Nachmittag hatte ich bis zum nächsten Termin noch etwas Zeit und wartete an einer kleinen Brücke unter der ein kleiner Bachlauf entlang floß. Der Wasserverlauf war allerdings nicht gerade, vielmehr schlängelte sich der Bachlauf so durch das Tal. Nach einiger Zeit kam eine Ente im Tiefflug angerauscht. Sie bretterte 2 m über meinem Kopf regelrecht über mich hinweg und folgte in etwa dem Bachlauf - das war schon recht lustig. Es sah aus, als würde sie eine Rally fliegen und so habe ich sie "Erna, die Rally-Ente" getauft. Nur wenige Minuten später kam Erna stromabwärts den Bachlauf entlang geschwommen und legte sich dabei mit einer Hingabe in jede Kurve, daß ich aus dem Staunen nicht mehr heraus kam. Als sie dann noch bei den kleinen Stromschnellen fast auf den Schnabel purzelte, bin ich vor Lachen fast von der Brücke gefallen. Aber - das Schauspiel war noch nicht vorbei, denn ca 5 Minuten später kam Erna wieder im Tiefflug angerauscht und bretterte stromaufwärts über mich hinweg. Es ist wohl nicht schwer zu erraten, daß sie wenige Minuten später wieder in Rallyhaltung durch die Kurven fetzte und an den Stromschnellen fast .... *grööööööhhhl*
Dieses Schauspiel hat sich noch 3x wiederholt, bevor ich mich schweren Herzens als Zuschauer
verabschieden mußte (womit man nun in ungefähr die Größenordnung abschätzen kann,
wie lange ich Zeit hatte). Jetzt können mir alle Wissenschaftler dieser Welt erzählen was sie
wollen, aber diese Ente namens Erna hatte eine tierische Freude daran, immer wieder den kleinen "Fluß"
mit den Stromschnellen entlangzuschwimmen - das war LEBENSFREUDE PUR für Erna und Genuß pur
für mich als Zuschauer!!!
Der Mantel des Königs
Es war einmal ein kleiner König, der residierte an Paul's Vogelhütte. Sie waren wohl vertraut miteinander, der kleine König und der Vogel-Paul. Der König mochte keine Kälte und so flog er jeden Herbst die weite Strecke in den sonnigen Süden und dachte dabei an seinen Freund Paul. Zum Frühling kam er stets wieder zurück zu seiner Hütte im Pfälzer Wald, wo Paul meist schon aufmerksam auf ihn wartete. Dieses Jahr fand der König eine ganz besondere Überraschung vor - eine kleine kuschlige "Höhle", wie geschaffen für ein Nest. Sogar mit Stoff war seine neue Höhle schon ausgekleidet - der König staunte nicht schlecht.
Und so kam es, daß unser kleiner Zaunkönig als erster und einziger im Lande den Ärmel eines
Wintermantels zu seinem Nest erkor und Paul für eine Weile auf seinen Mantel verzichten mußte.
Doch Paul verzichtete sehr gerne, schließlich wurde sein Mantel durch die Herberge eines Königs
geadelt!
Zugvögel wieder unterwegs Ende Februar und sie fliegen wieder - wer im Herbst vor der herannahenden Kälte in den warmen Süden geflohen ist, muß sich jetzt bald auf die Heimreise begeben, um seinen Jungen das Leben zu schenken und sie auf dem ersten Stück ihres Lebensweges zu begleiten.
Erstaunlicherweise habe ich bereits im März in Waghäusel die ersten Schwalben gesehen und
schon am 8. April konnte ich das erste Mal die Rufe des Kuckuck vernehmen. Angesichts des kalten Winters
erstaunlich, zumal im letzten Jahr der Kuckuck erst am 1. Mai zu hören war.
Wie kommt denn nur der Igel in den Dachkandel?
Es war im August 2009 - ein Einwohner aus Gossersweiler berichtete, daß er beim Reinigen seines Dachkandels die Reste eines toten Igels (Haut mit Stacheln) im Kandel gefunden hatte. Er wunderte sich, daß Igel so gut klettern können, daß sie senkrecht eine Hauswand hinauf kommen, denn dies war so bislang noch nicht bekannt und auch sonst noch nicht publik geworden. Wenige Tage danach klingelte abends bei Paul Wiedemann das Telefon - eine aufgeregte Dame aus dem Ort war dran und meldete, daß vor ihrem Haus eine verletzte Eule auf dem Boden sitzen und "so komische Bewegungen" machen würde. Beim Näherkommen stellte Paul fest, daß es ein junger Uhu war, der - auf Grund seiner Jugend noch ganz unbedarft - auf dem Boden saß und seine Beute verspeiste. Als der Uhu später abgeflogen war, ergab die Untersuchung, daß es sich bei der Beute um einen Igel handelte - nicht weiter verwunderlich, sind Igel doch eine Leibspeise von Uhus. Damit war auch das Geheimnis, wie ein Igel in den Dachkandel kommt, gelöst - es handelte sich wohl um die Reste einer Uhu-Mahlzeit. Am darauffolgenden Samstag klingelte morgens das Telefon - "Komm mal schnell rüber und bring Deinen Foto mit!", erschall Paul's Stimme aus dem Hörer. Also: nicht dumm fragen, Foto geschnappt und los geht's. Und dann saß er in voller Lebensgröße vor mir - unser junger Uhu mit seinen Federohren. Er schlief auf einem Garagendach, was Uhus normalerweise nicht machen - üblicherweise schlafen sie in Waldzonen oder zumindest in Bäumen. Der Hausbesitzer hatte freundlicherweise Paul Wiedemann informiert und so konnte ich mich vorsichtig nach und nach immer näher heranschleichen und ein paar ganz brauchbare Aufnahmen machen (wann bekommt ein normalsterblicher Fotograf schon mal einen solchen Uhu-Mops vor die Linse). Als ich ihn so betrachtete war ich doch ziemlich erstaunt, denn das war ja wirklich ein ziemlicher Brocken - so groß hatte ich mir einen Uhu bisher nicht vorgestellt aber bisher hatte ich ja auch noch keinen aus der Nähe gesehen. Ok, also nachlesen: Uhus werden in unseren Breitengraden ca 60cm groß, wiegen zwischen 2 kg (Männchen) und 2,5 kg (Weibchen) und haben eine Flügelspannweite von bis zu 1,70 m und die Reviergröße beträgt ca 40 Quadratkilometer - das ist schon recht beachtlich, vor allen Dingen, wenn man ihm dann einmal so nahe kommen kann. An den gelben Augen kann man übrigens erkennen, daß es sich hier um einen jungen Uhu handelt - bei den Altvögeln sind die Augen rot. Irgendwann bemerkte er mich natürlich doch und erwachte. Nach einigen mißmutigen Blicken erhob er sich dann - verfolgt von einer großen Schar von Raben - in die Luft und flog in Richtung eines kleinen Wäldchens. Raben dulden keine Uhus in ihrer Nähe und haben ihn in großer Zahl regelrecht vertrieben.
Nach einigen weiteren Tagen war er leider verschwunden. Vermutlich ist er auf der Suche nach einem
Revier weitergezogen und wir hoffen alle, daß er eine Partnerin finden und vielen jungen Uhu's
das Leben schenken wird.
Eine fast unglaubliche Geschichte Auf der Suche nach neuen Bildern für die Galerie war ich unterwegs und genoß das Wetter - es war ja einer der bislang wenigen Tage im Juli 2008, die schon in Richtung Sommer gehen und nicht mehr ganz so bitter kalt waren. Mehr oder minder zufällig führte mich mein Weg in die Nähe der Storchenwiesen bei Offenbach. Schon von der Straße aus war eine größere Anzahl Störche zu erkennen. Also nichts wie runter von der Straße und ab in Richtung Wiese. Und wie ich da so an meinem Auto lehne und die Gruppe betrachte ...... passiert ...... ..... nichts ..... .......... und zwar absolut rein gar nichts ..........
Sie suchten sich in aller Gemütsruhe ihr Futter und interessierten sich nicht im mindesten für mich. Vor allen Dingen dachten sie nicht im Traum daran, für mich eine Runde zu fliegen. Aufscheuchen wollte ich sie auch nicht, denn das tue ich grundsätzlich nicht. Nach einiger Zeit, so langsam hatte ich mit etwas Frust zu kämpfen, murmelte ich, ohne bewußt darüber nachzudenken: "Also wißt ihr Leute, da mähen wir für Euch die Wiesen und fluten sie regelmäßig, nur damit ihr was zu futtern habt - da könntet Ihr wenigsten eine Runde fliegen gehen, wenn ich schon mal da bin!" Wenige Momente danach richtete sich einer der Störche auf und blickte mich unverhohlen an, fast möchte ich sagen, er blickt mir direkt in die Augen. Kurz danach starte er und die gesamte Gruppe folgte ihm und erfüllte mir meinen Wunsch. In der kreisenden Gruppe gab es genau einen Storch, der regelmäßig und auffällig zu mir herunter blickte und zwar genau zu mir. Das war auch dejenige, der die "tiefen" Runden über meiner Position drehte und mir ein paar tolle Aufnahmen ermöglichte. All die Zeit ließ er mich nicht aus den Augen. Da soll mir nochmal einer sagen, daß sich Menschen und Tiere nicht verstehen würden.
Wissenschaftlich gesehen, muß ich das als reine Statistik einordnen aber es bleibt ein faszinierenes
Gefühl im Bauch, etwas Wundervolles und ganz Besonderes erlebt zu haben!
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